Ich sitzt hier gerade auf dem Hockenheim-Ring in nem RTW (Rettungswagen) an der Strecke, genauer gesagt am Posten 20, und warte, dass was passiert. Im Moment fahren gerade Motorräder bei einem Fahrer-Training und es ist heute Morgen noch niemand gestürzt. Hab jetzt also endlich mal Zeit über Schweden zu bloggen.
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, es war einfach alles spitze. Vielleicht erst mal mit dem Tag der Anfahrt, oder besser gesagt der Nacht *gg*. Abfahrt war am 19.08.2005, also Freitag Abend um 18:30h in Frankenthal (Pfalz). Leider hat es kurz vor der Abfahrt richtig angefangen zu schütten und wir mussten noch auf eine von 24 Teilnehmern warten. (Eine/er kommt halt immer zu spät!) Ich für meinen Teil bin mit Rolf im Kleinbus, zusammen mit noch nem PKW, schon mal vorgefahren und die restlichen Betreuer haben die Teilnehmer im Reisebus begleitet. Bis Hannover hatten wir dann ca. 2 Std. Vorsprung vor dem Bus, der sich aber noch weiter ausbauen sollte. Es war nämlich Stau… und wenn ich Stau sage dann meine ich auch Stau. Ein LKW hatte sich auf einer 3-spurigen Autobahn quergestellt und war auch noch in den Gegenverkehr gerutscht. Somit kam es zu einer Vollsperrung der Autobahn und wir mussten erst mal von der Autobahn abfahren um dann 6 km später wieder auffahren zu können… Für diese 6 km haben wir dann auch ca. 6 Stunden gebraucht! Dadurch durften wir leider nicht wie geplant um 0600h, im Sonnenübergang über die Riesenbrücke zwischen Tårnby und Malmö fahren sondern kamen erst gegen 1200h dort an. Zu dieser Zeit war der Reisebus gerade mal auf die erste Fähre aufgefahren. Durch Schweden ging es dann aber recht flott und so kamen wir gegen 1630h an unserem Haus in Solhagen (nähe Säffle im Värmland. Auf der Karte ungefähr zwischen Oslo und Stockholm) an. Das Haus war genauso wie man es von einem schwedischen Haus erwartet und dann natürlich außen in rot und weis angestrichen. Drum herum ein riesiges Außengelände mit Volleyballfeld, Badeplatz am Fluss (der eher einem See glich) und jede Menge Kanus. Nebenan war dann noch ein kleineres Häuschen, dass wir sofort als Materiallager benutzen.
Nach dem wir alles in Augenschein genommen hatte und die Materialien aus dem Kleinbus im Haus verstaut hatten mussten wir leider erst mal ein paar Stunden relaxen, da der Reisebus mit dem Teilnehmern und restlichen Betreuern erst um gegen 2030h angekommen ist.
Die nächsten zwei Wochen gestalteten sich als extrem angenehm, mit jedem Menge Äktion die auch zwischendurch mal für Relaxing-Tage unterbrochen wurde. Wir fingen wegen des guten Wetters ziemlich früh mit den schweden-typischen Aktivitäten wie Kanufahren und Trekking an. Die Teilnehmer brannten darauf mit den Kanus und Zelten auf Tour zu gehen und ich war Zeitgleich mit interessierten im Glaskogen (einem Naturschutzgebiet in unserer Nähe) mit dem Rucksack auf Übernachtungstour. Wandern im Glaskogen ist natürlich absolut nicht vergleichbar mit Wandern Pfälzer Wald. Es gibt dort zwar markierte Wege (Punkte an Baustämmen) aber nicht wirklich Pfade die man entlang läuft. Man muss sich an der Punkten orientieren und sieht hoffentlich von einem Punkt aus schon den nächsten Punkt am Baum, sonst ist man ziemlich sicher falsch gelaufen
Teilweise existierten auch Trampelpfade und wir kreuzten Forstwegen, aber einen Großteil der Wanderung ging es querfeldein über Stock und Stein und an die üblichen 5km/h war hier nicht zu denken. Nachmittags machten wir Rast an einem Natursee, der zum Schwimmer im eiskaltem Wasser einlud (und das war wirklich eiskalt!). Unser Lager schlugen wir dann am Abend bei einer der vielen Hütten auf und machten uns ans Kochen. Bei Rucksacktouren ist man ja immer froh möglichst viel Nahrungsmittel zu verbrauchen weil dann der Rucksack leichter wird
P
Wegen des guten Wetters verbachten dann fast alle Teilnehmer die Nacht unter freiem Himmel und ich hatte das Vergnügen zum erstem Mal in meiner Hängematte zu nächtigen (die leider Nachts um 0300h den Geist aufgeben hat). Am nächsten Tag haben wir dann noch ein schönes Stück Weg mit spezial Abkürzungen zurückgelegt so dass wir um 1300h wieder aus dem Glaskogen raus waren und uns zurück zum Haus fahren ließen.
Weitere kuhle Outdoor-Äktion war natürlich das Kettern an einer Felswand mittem im Wald, die wir zufällig im Vorbeifahren ausgemacht hatten. Ich bin da zum ersten mal geklettert und es war super genial! Kann ich jedem nur empfehlen. Ist ein super Gefühl wenn man nach der Anstrengung Oben angekommen ist und nach unten und über die Landschaft blicken kann! Ein anderes HighLight war natürlich die Survival-Tour bei der Die Teilnehmer wie bei einem Orientierungslauf mit verbundenen Augen 6-8 km vom Haus entfernt im Wald ausgesetzt wurde und dann nur mittels Karte und Kompass, querfeldein, den Weg zum Haus finden mussten. Es wurden Brücken über kleine Flüsse gebaut, Bäume erklommen und sogar die letzten Kilometer bis zum Ziel rennender weise zurückgelegt.Motivation ist eben alles!
Natürlich wollten wir uns auch Land und Leute nicht entgehen lassen und so kam zu den fast täglichen Einkaufstouren in Säffle und später Åmål (bekannt aus dem Film “Fucking Åmål” bzw. “Raus aus Åmål”) noch eine Tour zu einem Mittelaltermarkt in Nysäter und ein Tagesausflug isn 40 km entfernte Carlstadt hinzu. Aus Carlstadt kommen viele schwedische Bands, unter anderem auch die bekannte schwedische Grouper “Ace Of Base” und die Stadt wir als “Muskihochburg” schweden bezeichnet. Wir waren dann natürlich auch gleich mal im Plattenladen *gg*
Wenn wir dann mal nicht auf Tour waren, war natürlich Relaxing angesagt oder man konnte in einem der vielen Workschopps von Bumerangbau bis Häckisäck sich kreativ beteiligen. Wenn dann Abends mal ein Programm wie z.B. die Kinonacht (u.a. mit “Jalla Jalla” und “Kops”, den schwedischen Kultfilmen überhaupt) oder der Karaoke-Abend war, konnte man sich in der hauseigenen Sauna entspannen und einfach das Leben genießen! Alles in allem ein sehr ausgewogens Programm, was den Betreuern, sofern sie das wollten, auch mal Zeit zum Entspannen gab!
Die Rückfahrt ging dann mit nur ca. 15 Stunden für die 1300km ohne Stau recht flott, so dass wir 3 Stunden vor dem Reisebus wieder in Frankenthal waren.
Alles in allem waren die 16 Tage sehr schnell vorbei und ich glaube sagen zu können, dass alle ihren Spass hatten. Das Betreuer-Team war wunderbar und auch die Teilnehmer waren spitze. Ich möchte nur noch so tollte Freizeiten machen und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit allem im Dezember beim Nachtreffen.
In diesem Sinne
Hey Då!
P.S. Bilder folgen sicher noch